Dorfkerngestaltung

Abschlussbericht zum Modellprojekt Ortskernerneuerung

Das Modellvorhaben des Bundesamtes für Raumentwicklung (are) im Bereich der nachhaltigen Siedlungsentwicklung wurde in unserer Region durch eine Erfahrungsgruppe, bestehend aus ca. 8 Gemeinden, umgesetzt und brachte interessante Erkenntnisse zutage.

So zeigte sich, dass die Liegenschaftseigentümer die zentralen „Stakeholder“, d.h. Entscheidungsträger einer Ortskernerneuerung sind. Sie müssen bereit zu Veränderungen bzw. Investitionen sein, die dem übergeordneten Ziel einer Ortskernerneuerung dienen. So sollten beispielsweise Liegenschaften zusammengelegt werden, um parzellenübergreifende, ertragsstarke und zeitgemässe Ideen realisieren zu können. Je nachdem, welche Beziehung die Eigentümer zur jeweiligen Liegenschaft haben, sind sie mehr oder weniger bereit, etwas zu verändern. Um in Kontakt mit den Liegenschaftseigentümern zu treten, empfiehlt es sich, einen Ortskernbeauftragten oder eine Ortskernkommission ins Leben zu rufen, die mit grossem Feingefühl diese heikle Aufgabe übernimmt und immer gut informiert ist über evtl. Veränderungen der Besitzverhältnisse. Wenn eine Liegenschaft zum Verkauf kommt, bietet sich für die Dorfkernerneuerung eine grosse Chance, denn auch die Gemeinde oder ein speziell für die Dorfkernerneuerung gegründeter Fonds oder eine Genossenschaft kann die Liegenschaft kaufen. Bei der Konkretisierung der Bauprojekte sollte schliesslich ein Investor oder ein Generalunternehmer die Leitung der Bauvorhaben inne haben.

Am geeignetsten erschien der Erfahrungsgruppe die Koordination der Kantonsstrassensanierung mit der Dorfkernerneuerung (Bsp. Ettiswil, Entlebuch, Menznau).

In den Gemeinden Entlebuch, Wolhusen und Ruswil brachte dieses Modellprojekt die Idee der Dorfkernerneuerung in Gange. Um die anderen beteiligten Gemeinden in diesem Prozess weiter zu begleiten, werden wir den Erfahrungsaustausch zwischen den Gemeinden fortführen. Wissenschaftlich unterstützt werden wir eventuell von der Fachhochschule Nordwestschweiz, die zusammen mit der HSLU und dem Kanton Wallis ein Forschungsprojekt zur Dorfkernerneuerung plant.

 
VorsitzJürg Inderbitzin, IBR, Hochschule Luzern
 

MitgliederBeni Hofstetter, Architekt, Entlebuch Sigi Bieri, Gemeinderat, Flühli Beat Blum, Gemeindeammann, Menznau Josef Häfliger, Gemeindeammann, Alberswil Katharina Jauch, Gemeinderätin, Ettiswil Urs Kaufmann, Gemeindepräsident, Altishofen Fritz Lötscher, Gemeindepräsident, Marbach Gody Studer, Gemeindepräsident, Escholzmatt Franz Tanner, Gemeinderat, Flühli Bruno Unternährer, Gemeindeammann, Ruswil Robert Vogel, Gemeindeammann, Entlebuch Rabea Lamla-Winkler, Hochschule Luzern
 
 
 
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