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  • Alexander Siegenthaler

    Leiter Projekte
    REGION LUZERN WEST
    Wolhusen

    Tel +41 (0)41 490 02 80

    Stand:
    23. September 2020 (Projekt läuft)
    Träger:
    REGION LUZERN WEST

Wege zur Hochbreitbandversorgung in der REGION LUZERN WEST

Die Schweiz hinkt in der Hochbreitbandversorgung hinterher im Vergleich zu anderen Ländern der Welt und Europas. In vielen Verbandsgemeinden der REGION LUZERN WEST ist die Hochbreitbandversorgung dabei selbst im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt sehr schlecht. Davon sind alle betroffen: Unternehmer, landwirtschaftliche Betriebe, Arbeitnehmende, Studenten, Lernende, Immobilienbesitzer und auch der private Datenverkehr. Mit diesem Projekt will die REGION LUZERN WEST einen Prozess in Gang setzen, um gemeinsam mit den Verbandsgemeinden die Hochbreitbandversorgung und damit die Infrastruktur der Zukunft zu ermöglichen. Es gilt, die Datenautobahnen in jedes ganzjährig bewohnte Haus unserer Region zu ziehen, um für heutige und künftige Herausforderungen Möglichkeiten nutzen zu können.

IST-Situation – Wie war der Stand vor der Projektumsetzung?

In einer ländlichen Region wie der unseren ist die Versorgung mit Hochbreitband mangelhaft. Eine E-Mail mit Angang verschicken, von zu Hause aus arbeiten, als Student mit dem Server der Universität kommunizieren, als Schülerin die neuen Medien nach Lehrplan 21 von zu Hause aus nutzen, als Unternehmerin Daten mit Kunden austauschen oder als Landwirt die Tierverkehrsdatenbank (TVD) pflegen – all dies benötigt einen stabilen und schnellen Internetanschluss. Und dies ist in vielen Gebieten unserer Region nicht gewährleistet. Blickt man darüber hinaus noch in die Zukunft und schätzt das Datenvolumen in 5, 10 oder 20 Jahren, so sind wir darauf nicht vorbereitet.

Eine Studie des SECO vom Dezember 2019 mit dem Titel «Breitbanderschliessung in den Zielgebieten der Neuen Regionalpolitik»  stützt diese Einschätzung. Der Schweizer Durchschnitt lag im Jahr 2018 bei einem Upload von 338.9 Mbit/s und einen Download von 388.2 Mbit/s. Die REGION LUZERN WEST gerade einmal auf 17.8 Mbit/s Upload und 67.6 Mbit/s Download, wobei hier klar festgehalten werden muss, dass selbst dies in einem Grossteil unseres Gebietes nicht erreicht wird.

Dies hat auch damit zu tun, dass in ländlichen Gebieten eine Erschliessung mit Glasfaser nur «bis zur Strasse» (Fiber-to-the-street = FTTH) erfolgt und der Rest mit Kupferkabel – einer stark geschwindigkeitsminimierenden, völlig veralteten Variante. Weitaus leistungsfähiger ist ein Glasfaseranschluss bis ins Haus (FTTH) oder bis zum Gebäude (FTTB), was man in vielen Ländern Europas wie Slowenien, Litauen, Spanien, Norwegen oder Russland konsequent umsetzt. Bezüglich der Erschliessung mit Glasfaser rangiert die Schweiz in einem gesamteuropäischen Vergleich  vom März 2019 im letzten Drittel zwischen der Ukraine und Polen.

In der EU hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Die Europäische Kommission blickt vorwärts und verfolgt bezüglich der Versorgung mit Hochbreitband bis 2025 drei Strategische Ziele (LINK). Eines davon lautet: Zugang zu einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s bis zu 1'000 Mbit/s in allen Haushalten der EU. In der Schweiz wurde die gesetzlich geregelte Grundversorgung per 1. Januar 2020 von 2 auf lediglich 10 Mbit/s erhöht. 

Während in den Schweizer Städten zwischen verschiedenen Anbietern gewählt werden kann, um einen Hochbreitbandanschluss zu erhalten, ist vielen Gegenden unserer Region selbst die Grundversorgung nicht selbstverständlich.

Projektidee – Was soll verbessert werden?

Die REGION LUZERN WEST liegt abseits der Nationalstrassen, abseits der schnellen Bahnverbindungen. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass wir Anschluss an die Verkehrsinfrastruktur der Zukunft – die Datenautobahnen – erhalten. Unsere Vision ist, dass jedes ganzjährig bewohnte Haus in unserer Region über einen Hochbreitbandanschluss verfügt. (LINK)

Wir wollen eine Lösung, die auch in den nächsten 10-20 Jahren die Anforderungen erfüllt. Wir wollen das ländliche Potenzial mittels Hochbreitbandversorgung voll ausschöpfen. KMU sollen prosperieren können, neue Formen des Wohnens und Arbeitens sollen in unserer Region möglich sein, die Mobilität auf Strassen und Schienen soll entlastet werden. Die hohen Lebensqualitäten auf dem Land sollen mit den Möglichkeiten der Technik, wie sie in Städten üblich sind, verbunden werden – Stichwort: Urbane Dörfer (LINK).

Projektziele – Welche konkreten Ziele verfolgt das Projekt?

In diesem Projekt wollen wir gemeinsam mit unseren Verbandsgemeinden verschiedene Wege evaluieren, um eine Hochbreitbandversorgung zu ermöglichen. 

Unsere Verbandsgemeinden unterstützen wir dabei mit unserem Knowhow und unserem Beziehungsnetzwerk, welches wir in den letzten Jahren aufgebaut haben. Dies umfasst die Prozessbegleitung und technologische sowie rechtliche Aspekte.

Wir wollen gemeinsam mit Experten analysieren, wo bereits welche Technologie im Einsatz ist und daran ableiten, wo welches Vorgehen zielführend ist.

Wir wollen kommunale und überkommunale Prozesse initiieren. Und schliesslich wollen wir unsere Verbandsgemeinden bei der Realisierung einer Hochbreitbandversorgung begleiten.

Projektstand vom 23. September 2020 – Was wurde erreicht?

Das Projekt ist am 30. März 2020 gestartet. Schon weit vor Projektbeginn wurden verschiedene Aktivitäten aufgegleist, über deren Resultate in künftigen Projektupdates berichtet wird.

Am 17. Mai 2020 hat die Pilotgemeinde Luthern mit über 75% Ja-Stimmen zu einem flächendeckenden Glasfasernetz zugestimmt.

Am 24. August 2020 war der Kickoff für die Technische Analyse. Die Analyse soll eine Übersicht über die Ausgangslage und eine Grundlage zur Erarbeitung der Hochbreitband Strategie in der Region Luzern West bieten.

Ausblick – Wie geht es weiter?

Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet und trifft sich seit Anfang 2020 regelmässig, um das weitere Vorgehen zu bestimmen.

Bis Ende 2020 sollte die Technische Analyse beendet sein und die Ergebnisse kommuniziert werden. 
 

Lesenswertes

Schnelleres Netz auf dem LandAus der Luzerner Zeitung vom 15. Juli 2020: Neben Landwirten, Unternehmen und Arbeitnehmern werden auch Schüler, Lehrlinge und Studenten vom Glasfaser-Internet profitieren. Die aktuelle Coronazeit mit Home-Office und Fernunterricht zeige den Bedarf klar.
Luzerner Gemeinden forcieren NetzausbauAus der Luzerner Zeitung vom 01. Juli 2020: Trotz Homeoffice und fortschreitender Digitalisierung: Noch immer sind vor allem ländliche Gemeinden nicht an schnelles Breitband-Internet angeschlossen. Der regionale Entwicklungsträger Region Luzern kämpft schon seit sechs Jahren für schnelles Internet in seinen Gemeinden.
Klares Ja zum flächendeckenden GlasfasernetzAus dem Willisauer Boten vom 19. Mai 2020:
Die Luthertaler Stimmberechtigten sagten am Sonntag, 17. Mai an der Urne Ja zu zwei Gemeindevorlagen: zum Sonderkredit von 3.6 Millionen Franken für das Projekt "Glasfaser für alle" und dem dazugehörigen Reglement.
3.6 Millionen für schnelles InternetAus der Luzerner Zeitung vom 18. Mai 2020:
Luthern - Die Gemeinde kann zusammen mit der Elektra Luthern und der Swisscom ein flächendeckendes Glasfasernetz bis in die Häuser realisieren.
Wir werden ein eigenes Glasfasernetz aufbauenAus der NZZ am Sonntag vom 5. April 2020:
Nehmen wir das Glasfasernetz: Noch 2012 gehörte die Schweiz mit ihrer Abdeckung von 35 % zur Spitzengruppe in Europa. Heute belegen wir nur noch den hinteren Teil des Mittelfeldes. {...} In Portugal ist die Glasfaserpenetration bei 100%, in Skandinavien liegt man bei 80 bis 90%.
Breitbanderschliessung in den Zielgebieten der Neuen RegionalpolitikStudie des SECO vom Dezember 2019:
Eine interessante Studie - vor allem die Vergleichstabelle auf den Seiten 10 und 11. Daraus geht hervor, dass die REGION LUZERN WEST hinsichtlich Hochbreitbanderschliessung weit unter dem Schweizer Durchschnitt liegt.
Internetverbindung: Lebenselixier für die ländlichen RegionenAus der Wochen-Zeitung vom 28. November 2019:
Im Entlebuch bietet die Internetverbindung 600 Mal weniger Leistung als in der Stadt Luzern. Die Region Luzern West fordert eine schnellere Verbindung für die Landschaft.
Hochbreitband als Lebenselixier für die RegionAus dem Willisauer Boten vom 22. November 2019:
Ein leistungsfähiges Internet ist eine Grundvoraussetzung, damit auf dem Land gelebt, gearbeitet oder ein Gewerbe betrieben werden kann.
Schnelles Web auf dem LandAus der Luzerner Zeitung vom 21. November 2019:
Der Gemeindeverband Region West, dem 28 Gemeinden in der Region Entlebuch, Willisau, Rottal und Hinterland angehören, setzt sich ein ambitioniertes Ziel: "Bis in fünf Jahren sollen im Verbandsgebiet alle ganzjährig bewohnten Gebiete Anschluss an Hochbreitband haben."
la fibre pour tous!Ein Projektbeispiel aus der Region Ardèche Drôme in Frankreich. Bis ins Jahr 2025 sollen 97 % aller Haushalte über einen Glasfaseranschluss in dieser ländlichen Region verfügen.
FTTH/B Ranking - European rankingEin Hochbreitbandvergleich des Fibre to the home Council Europe vom 14. März 2019:
Auf Seite 2 ist ersichtlich, dass die Schweiz im europäischen Vergleich der Hochbreitbandanschlüsse im hinteren Drittel zwischen der Ukraine und Polen liegt.
Brief aus dem KantonsratAus dem Willisauer Boten vom 7. Januar 2020:
Haben Sie gewusst, dass die Schweiz in Bezug auf die Erschliessung der Regionen mit schnellem Internet sehr schlecht dasteht? Gerade Gewerbetreibende und die Landwirtschaft in ländlichen Gebieten sind entscheidend darauf angewiesen, um die Digitalisierung umsetzen zu können.
Wunder der TechnikDer "Walliser Volksfreund" berichtete am 6. Dezember 1978 vom ersten Glasfaserkabel der Schweiz. Es handelt sich also um eine bewährte Technologie.

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