Unternehmertagung - Rückblick
Wie können Unternehmen Energie nicht nur beziehen, sondern selbst produzieren, intelligent nutzen und gemeinsam mit anderen bewirtschaften? Dieser Frage widmete sich die Unternehmertagung 2026 der REGION LUZERN WEST bei der schaerholzbau ag in Altbüron.
Nach der Begrüssung durch Gastgeber Michael Schär erhielten die Gäste bei einem Betriebsrundgang einen direkten Einblick in die schaerholzbau ag. Dabei zeigte sich, dass die Auseinandersetzung mit Eigenversorgung und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen tief in der Geschichte des Unternehmens verankert ist: Bereits in den Anfängen spielte die Nutzung der Wasserkraft eine wichtige Rolle. Heute setzt das Familienunternehmen unter anderem auf Photovoltaik und die energetische Nutzung von Holzabschnitten. Echtzeit-Messdaten helfen zudem, Produktion und Verbrauch aufeinander abzustimmen und Systeme weiter zu optimieren.
Damit wurde bereits beim Gastgeber unmittelbar erlebbar, was das Tagungsthema «Vom Energiebezüger zum Energieunternehmer» in der Praxis bedeuten kann: Energie möglichst vor Ort produzieren, sinnvoll einsetzen und aktiv bewirtschaften.
Im anschliessenden Plenum ordnete Lukas Zemp von diePROJEKTFABRIK AG die aktuellen Entwicklungen und Möglichkeiten für Unternehmen ein. Im Zentrum standen drei Hebel: produzieren, nutzen und bewirtschaften. Eigene Energieproduktion, ein möglichst hoher Eigenverbrauch sowie die aktive Steuerung und Speicherung von Energie eröffnen Unternehmen neue Handlungsmöglichkeiten. Neue Rahmenbedingungen wie Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch und virtuelle ZEV schaffen zusätzliche Möglichkeiten, Energie lokal zu produzieren und zu nutzen.
Dabei geht es nicht allein um Energiepreise. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Energieversorgung kann wirtschaftliche Vorteile bringen, die Versorgungssicherheit stärken, CO₂-Emissionen reduzieren und gleichzeitig die lokale Wertschöpfung fördern. Die zentrale Botschaft: Unternehmen können die neuen Möglichkeiten erkennen und aktiv für sich nutzen.
Drei Unternehmen – drei Wege
Wie unterschiedlich dieser Weg in der Praxis aussehen kann, zeigten anschliessend drei Unternehmen aus Produktion, Tourismus und Logistik: Stöckli Swiss Sports AG, die Sportbahnen Marbachegg AG und Galliker Transport AG. Drei unterschiedliche Ausgangslagen und Lösungen – verbunden durch dieselbe Frage: Wie gehen Unternehmen heute und in Zukunft mit Energie um?
Im von Guido Roos, Geschäftsführer der REGION LUZERN WEST, moderierten Podiumsgespräch berichteten Christoph Fuchs von Stöckli Swiss Sports AG, Adrian Gerber von den Sportbahnen Marbachegg AG und Thomas Müller von Galliker Transport AG über ihre Erfahrungen.
Im Gespräch wurde deutlich, dass es keinen einheitlichen Weg zum Energieunternehmer gibt. Ausgangslage, Energiebedarf und Investitionsmöglichkeiten unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen. Entsprechend standen die Beweggründe für Investitionen ebenso zur Diskussion wie wirtschaftliche Überlegungen, Stolpersteine und Erfahrungen aus bereits umgesetzten oder geprüften Projekten. Auch die Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und regionalen Partnern sowie die Rolle der Mitarbeitenden wurden thematisiert.
Der Blick nach vorne zeigte gleichzeitig, dass die Entwicklung weitergeht: von Prozessenergie und neuen Lösungen für Kühlung und Wärme über den Ausbau von Ladeinfrastruktur und Batteriespeichern bis zur Prüfung weiterer Photovoltaikanlagen und Speicherlösungen bei künftigen Projekten.
Die Unternehmertagung 2026 machte damit deutlich: Energieunternehmer zu sein bedeutet nicht, von heute auf morgen die gesamte Energieversorgung umzustellen. Entscheidend ist vielmehr, sich bewusst mit dem eigenen Energieverbrauch auseinanderzusetzen, Möglichkeiten zu erkennen und Schritt für Schritt aktiv zu werden. Genau darin liegt für Unternehmen die Chance, wirtschaftliche Interessen, Versorgungssicherheit und eine nachhaltige Entwicklung miteinander zu verbinden.
Beim anschliessenden, von der schaerholzbau ag offerierten Apéro riche bot sich den Unternehmerinnen und Unternehmern und weiteren Gästen Gelegenheit für persönliche Gespräche, neue Kontakte und den Austausch über die gewonnenen Impulse.
Die REGION LUZERN WEST bedankt sich herzlich bei Michael Schär und der gesamten Belegschaft der schaerholzbau ag für die Gastfreundschaft und den spannenden Einblick in das Unternehmen, bei Lukas Zemp für die fachliche Einordnung, bei den Podiumsgästen für die offenen Einblicke in ihre Erfahrungen sowie bei allen Teilnehmenden für das grosse Interesse und den wertvollen Austausch.