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  • Phase:
    Hauptprojekt (Grobkonzept, Detailkonzept, Planung)
    Dauer:
    7. November 2018 bis 31. März 2020
    Stand:
    31. März 2020 (Projekt abgeschlossen)
    Träger:
    Stiftung Schweizerisches Agrarmuseum und weitere

Vom statischen Agrarmuseum zum lebendigen Agrarium

Mit der Neukonzeption der Ausstellung soll das nationale Agrarmuseum Burgrain umfassend erneuert werden und künftig als AGRARIUM wieder vermehrt Besucher anziehen. Es geht darum, einer breiten Bevölkerung die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Landwirtschaft in Erlebnisform aufzuzeigen. Auf einer spielerischen Reise durch die Ausstellung sollen Besucher Fragen über die Bedeutung von Landwirtschaft, Produktion von Nahrungsmitteln und Gestaltung der Umwelt nachgehen können. Wie beispielsweise: "Welchen Stellenwert hat die Landwirtschaft in der Gesellschaft, gestern und heute? Wie sollen unsere Nahrungsmittel künftig produziert werden und welche Auswirkungen sind auf unsere Umwelt zu erwarten? Wer ist wie beteiligt und bestimmt - und welche Rolle spiele ich dabei?“

Die Besucher lernen Fachleute und Interessevertreter als MITSPIELER kennen. Aktuelle Fragen der Landwirtschaft werden in BRENNPUNKTEN inszeniert. Jeder sammelt BERÜHRUNGSPUNKTE und erlebt sich als aktiv Teilnehmenden. Die Ausstellung AGRARIUM wird Teil eines Gesamtkonzepts, das den landwirtschaftlichen Bio- Betrieb Burgrain in der regionalen Wertschöpfungskette wie auch die "erlebnis agrovision" miteinschliesst und die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit in den Fokus gestellt.

IST-Situation - Wie war der Stand vor der Projektumsetzung?

Das Schweizerische Agrarmuseum Burgrain in Alberswil verfügt über viele Stärken: eine interessante Sammlung, grosszügige Ausstellungshallen, gute Erreichbarkeit. Bloss – das Museum ist in die Jahre gekommen. Es genügt den heutigen Erwartungen nicht mehr. Die Ausstellung ist statisch, die Präsentation veraltet, die Besucherzahlen stagnieren. Das heute verfügbare Budget lässt keinen Spielraum für Veränderungen. Damit das Schweizerische Agrarmuseum Burgrain auch in Zukunft seinem Auftrag nachkommen kann, ist eine Neukonzeption unumgänglich.
Zudem wird das Potential der Burgrain-Welt zu wenig genutzt. Die einzelnen „Highlights“ des vielfältigen Angebots wie das Museum, der Bio-Hof und die Verarbeitungsbetriebe, die Wasserkraft der Steinermühle, das Spanschachtelmuseum, die Kapelle Sankt Blasius und die Burgruine Kastelen  - sie alle stehen trotz unmittelbarer Nähe ohne Zusammenhang auf dem Gelände.

Projektidee - Was soll verbessert werden?

Die Lern- und Erlebniswelt BURGRAIN nimmt die Burgrain-Welt und ihre Elemente als Ganzes wahr. Dadurch entsteht die Gelegenheit, die Gegenwart aus der Vergangenheit heraus zu verstehen, über die Zukunft nachzudenken, und die Visionen an der Realität zu prüfen. Gerade die Kombination der historischen Sammlung mit einem realen Bio-Bauernhof und modernen Produktionsbetrieben der Lebensmittelverarbeitung und Produkteverteilung stellt eine grosse Chance dar, einen einmaligen Erlebnisort zu schaffen. Es ergibt sich die Möglichkeit, viel mehr als eine museale Präsentation zu bieten: Als Ort der Anregung und Auseinandersetzung ist er nicht nur „Museum“, sondern auch „Labor“ und „Think-Tank“. 
Der Anspruch besteht, die Themen auf lokaler und nationaler Ebene anzusprechen, aber auch aus einer globalen Perspektive zu betrachten. Die Lern- und Erlebniswelt BURGRAIN übernimmt dabei eine gesamtschweizerische Aufgabe und will eine Brücke zwischen Stadt und Land schlagen. Die Lern- und Erlebniswelt Agrovision tritt für eine ganzheitliche Sicht ein und verbindet verschiedenste Sichtweisen und Disziplinen. Sie will den Besucher, die Besucherin durchaus auch aufrütteln, mit grundlegenden Fragen provozieren und zum Denken anregen. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung sorgen direkte, sinnliche Erfahrungen für ein anregendes Lernumfeld: So zum Beispiel die Begegnungen mit Pflanzen und Tieren oder der Genuss beim Essen und Trinken von artgerecht produzierten und schonend veredelten Produkten.

Projektziele - Welche konkreten Ziele verfolgt das Projekt?

a) Wir stellen bis Frühjahr 2020 das aufgezeigte Projekt für den Tourismus im Luzerner Hinterland fertig. 
b) Wir vermitteln bis Frühjahr 2020 erlebbar didaktisches Grundlagenwissen zu Landwirtschaft, Ökologie und Gesellschaft.
c) Bis Frühjahr 2020 sind die Burgrain-Betriebe miteinander verbunden, sodass Laien und Fachpersonen Weiterbildungsangebote vom Gras bis zum Teller zur Verfügung stehen:

  • Auf die Museumsinhalte abgestimmte Rundgänge und Pflanzungen sind auf dem Landwirtschaftsbetrieb erstellt
  • Die Lebensmittelverarbeitungsbetriebe (Käserei, Bäckerei, Metzgerei) sind in die Ausstellungsthematik mittels Objekten und Media-Guide integriert und bieten Schulungen an.
  • Die Gastronomie auf dem Burgrain trägt dem Besucheraufkommen Rechnung und illustriert mit ihrem Angebot eine (lustvolle) Ernährungsvielfalt.
  • Für Reisegruppen oder Anlässe der umliegenden Gemeinden bietet einerseits die Burgrain-Stube einen Saal für 70 Personen an, andererseits steht im geplanten Museums- und Logistikzentrum ein Saal für 100 Personen zur Verfügung.
  • Das September 2018 neu eröffnete Hotel Mülihof (ehemalige Steiner Mühle) bietet Übernachtungsmöglichkeiten für mehrtägige Besuche auf dem Areal an.
  • Die Burgruine Kastelen und die St. Blasius-Kapelle werden in die Erlebnisangebote integriert.

Projektstand - Was wurde erreicht?

Am 3. September 2018 genehmigte der Stiftungsrat Schweiz. Agrarmuseum das Grobkonzept, am 4. Februar 2019 das Detailkonzept und gab gleichzeitig die 1. Etappe zur Umsetzung frei.
Als weiteren wichtigen Meilenstein beschloss die Stiftung Agrovision Muri (Grundeigentümerin), über die im Voranschlag aufgeführten Kosten der baulichen Architektur hinaus Sanierungen an den Museumsgebäuden zu prüfen. Im Juni entschloss sie sich, statt einer Hallensanierung im Neubau „Schür“ der RegioFair den ganzen obersten Stock auszubauen und dem Museum zur Verfügung zu stellen. Damit erhält die neue Ausstellung auch den passenden Rahmen und die Bedingungen für ganzjährige Öffnungszeiten werden optimiert. Daraus ergeben sich Verzögerungen in der Eröffnung der neuen Ausstellung und der Umsetzung der formulierten Projektziele. 
Am 5. Februar 2020 fand die Schlussbesprechung mit der Würdigung des Schlussberichts statt. 

Ausblick - Wie geht es weiter?

Ausstellung
Der Neubau «Schüür» wird nun Realität. Das Bauprojekt ist tiefgründig überarbeitet und die Baufreigabe erteilt worden. Der Baustart erfolgt im April, die Fertigstellung im Winter 2021.
Die Umsetzungsphase des Museumsprojekts ist bereits fortgeschritten, der Zeitplan wird auf die Fertigstellung des Neubaus abgestimmt. Ein grösserer Teil der Sammlungsobjekte wird in die neue Ausstellung integriert und in einen Zusammenhang mit den BRENNPUNKT-Themen gestellt. Die restlichen Sammlungsobjekte werden ab Frühling 2021 in der bestehenden Museumshalle in Form eines Schaudepots präsentiert, das von den Musemsgästen ebenfalls besucht werden kann. 
Gemeinsam mit Agrovision und RegioFair ist ein Kommunikationskonzept in Arbeit sowie im Frühjahr 2021 ein grosses Eröffnungsfest geplant.

Schulprogramme
Die Stiftung Mercator Schweiz engagiert sich im Bereich Jugend und finanziert die Erarbeitung von Schulprogrammen. Zudem unterstützt sie während zwei Jahren mit einem Beitrag den Besuch der Schulklassen, damit deren Eintrittspreise moderat angeboten werden können.
Die Pädagogische Hochschule Luzern erarbeitet bis Oktober 2020 vier schulische Angebote (inkl. Vor- und Nachbereitung im Schulzimmer) im Bereich NMG, das Museum ein Angebot im historischen Bereich.
Ergänzt werden diese Angebote durch sogenannte Erlebnismodule mit Themen am Verbindungsweg, den Produktionsbetrieben Agrovision und der neuen Schulküche im Neubau.
 

Aussenraum
Der Verbindungsweg des Museums mit dem Hof, den Produktionsbetrieben und dem Restaurant wird zusammen mit dem Neubau verwirklicht und im Verlauf des Frühjahrs 2020 erstellt.
In Zusammenarbeit mit Bioterra Luzern/Innerschweiz und Bienen Schweiz entstehen entlang dieses Spiel- und Themenwegs spezielle Gärten und Biotope, auf denen museale Ausstellungsthemen wie Boden, Bienen oder Biodiversität wieder aufgegriffen werden.
Weitere Rundgänge sind bereits in der Diskussion (u.a. mit Pro Natura und BirdLife).

Kursangebote
Die bereits ausgeschrieben Kurse von Bioterra und Pro Natura zur Gestaltung des Verbindungswegs im Frühjahr 2020 werden wegen der aktuellen Corona-Situation verschoben.

Aus Museumssicht lohnen sich die Verzögerungen. Das Projekt gewinnt dadurch an Strahlkraft, die Vernetzung mit den verschiedenen Playern erfolgt optimal und wie gewünscht. Neu treten Agrovision, RegioFair und Museum unter dem gemeinsamen Oberbegriff «Burgrain» auf.
Wir sind überzeugt: Der «Burgrain» etabliert sich als «Leuchtturm» weit über die Region hinaus!

Lesenswertes

Burgrain rüstet sich für musealen QuantensprungAus dem Willisauer Boten vom 26. Juni 2020:
Burgrain: Unübersehbar ist die Baustelle an der Kantonsstrasse beim ehemaligen Bürgerheim und heutigen Agrarmuseum im Burgrain. Erstellt
wird dort ein markanter Holzbau für das neue Logistikzentrum der Regio-Fair.
Bienen-Erlebnis soll weiter entwickelt werdenAus dem Entlebucher Anzeiger vom 9. Januar 2019:
Mit der käuflichen Übertragung der Museumsliegenschaft samt Gebäude von der Stiftung Schweizerisches Agrarmuseum an die Stiftung Agrovision Muri werden per Anfang 2018 wichtige Weichen für wesentliche Weiterentwicklungen auf dem Burgrain erstellt...
Baustart für "Schüür" ist für April geplantAus dem Willisauer Boten vom 24. März 2020:
Der Neubau "Schüür" auf Burgrain wird Realität: Anfang April sollen die Bauarbeiten für das neue Gebäude starten. Bis im Winter 2021 soll der multifunktionale Bau fertiggestellt sein.

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