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  • Phase:
    Hauptprojekt
    Dauer:
    7. November 2018 bis Frühjahr 2020 (geplanter Abschluss)
    Stand:
    30. November 2019 (Schlussphase)
    Träger:
    Stiftung Schweizerisches Agrarmuseum und weitere

Vom statischen Agrarmuseum zum lebendigen Agrarium

Mit der Neukonzeption der Ausstellung soll das nationale Agrarmuseum Burgrain umfassend erneuert werden und künftig als AGRARIUM wieder vermehrt Besucher anziehen. Es geht darum, einer breiten Bevölkerung die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Landwirtschaft in Erlebnisform aufzuzeigen. Auf einer spielerischen Reise durch die Ausstellung sollen Besucher Fragen über die Bedeutung von Landwirtschaft, Produktion von Nahrungsmitteln und Gestaltung der Umwelt nachgehen können. Wie beispielsweise: "Welchen Stellenwert hat die Landwirtschaft in der Gesellschaft, gestern und heute? Wie sollen unsere Nahrungsmittel künftig produziert werden und welche Auswirkungen sind auf unsere Umwelt zu erwarten? Wer ist wie beteiligt und bestimmt - und welche Rolle spiele ich dabei?“

Die Besucher lernen Fachleute und Interessevertreter als MITSPIELER kennen. Aktuelle Fragen der Landwirtschaft werden in BRENNPUNKTEN inszeniert. Jeder sammelt BERÜHRUNGSPUNKTE und erlebt sich als aktiv Teilnehmenden. Die Ausstellung AGRARIUM wird Teil eines Gesamtkonzepts, das den landwirtschaftlichen Bio- Betrieb Burgrain in der regionalen Wertschöpfungskette wie auch die "erlebnis agrovision" miteinschliesst und die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit in den Fokus gestellt.

IST-Situation - Wie war der Stand vor der Projektumsetzung?

Das Schweizerische Agrarmuseum Burgrain in Alberswil verfügt über viele Stärken: eine interessante Sammlung, grosszügige Ausstellungshallen, gute Erreichbarkeit. Bloss – das Museum ist in die Jahre gekommen. Es genügt den heutigen Erwartungen nicht mehr. Die Ausstellung ist statisch, die Präsentation veraltet, die Besucherzahlen stagnieren. Das heute verfügbare Budget lässt keinen Spielraum für Veränderungen. Damit das Schweizerische Agrarmuseum Burgrain auch in Zukunft seinem Auftrag nachkommen kann, ist eine Neukonzeption unumgänglich. Zudem wird das Potential der Burgrain-Welt zu wenig genutzt. Die einzelnen „Highlights“ des vielfältigen Angebots wie das Museum, der Bio-Hof und die Verarbeitungsbetriebe, die Wasserkraft der Steinermühle, das Spanschachtelmuseum, die Kapelle Sankt Blasius und die Burgruine Kastelen - sie alle stehen trotz unmittelbarer Nähe ohne Zusammenhang auf dem Gelände.

Projektidee - Was soll verbessert werden?

Die Lern- und Erlebniswelt Agrovision nimmt die Burgrain-Welt und ihre Elemente als Ganzes wahr. Dadurch entsteht die Gelegenheit, die Gegenwart aus der Vergangenheit heraus zu verstehen, über die Zukunft nachzudenken, und die Visionen an der Realität zu prüfen. Gerade die Kombination der historischen Sammlung mit einem realen Bio- Bauernhof und modernen Produktionsbetrieben der Lebensmittelverarbeitung und Produkteverteilung stellt eine grosse Chance dar, einen einmaligen Erlebnisort zu schaffen. Es ergibt sich die Möglichkeit, viel mehr als eine museale Präsentation zu bieten: Als Ort der Anregung und Auseinandersetzung ist er nicht nur „Museum“, sondern auch „Labor“ und „Think-Tank“.


Der Anspruch besteht, die Themen auf lokaler und nationaler Ebene anzusprechen, aber auch aus einer globalen Perspektive zu betrachten. Die Lern- und Erlebniswelt Agrovision übernimmt dabei eine gesamtschweizerische Aufgabe und will eine Brücke zwischen Stadt und Land schlagen. Die Lern- und Erlebniswelt Agrovision tritt für eine ganzheitliche Sicht ein und verbindet verschiedenste Sichtweisen und Disziplinen. Sie will den Besucher, die Besucherin durchaus auch aufrütteln, mit grundlegenden Fragen provozieren und zum Denken anregen. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung sorgen direkte, sinnliche Erfahrungen für ein anregendes Lernumfeld: So zum Beispiel die Begegnungen mit Pflanzen und Tieren oder der Genuss beim Essen und Trinken von artgerecht produzierten und schonend veredelten Produkten.

Projektziele - Welche konkreten Ziele verfolgt das Projekt?

a) Wir stellen bis Frühjahr 2020 das aufgezeigte Projekt für den Tourismus im Luzerner Hinterland fertig.
b) Wir vermitteln bis Frühjahr 2020 erlebbar didaktisches Grundlagenwissen zu Landwirtschaft, Ökologie und Gesellschaft.
c) Bis Frühjahr 2020 sind die Burgrain-Betriebe miteinander verbunden, sodass Laien und Fachpersonen Weiterbildungsangebote vom Gras bis zum Teller zur Verfügung stehen:

  • Auf die Museumsinhalte abgestimmte Rundgänge und Pflanzungen sind auf dem Landwirtschaftsbetrieb erstellt
  • Die Lebensmittelverarbeitungsbetriebe (Käserei, Bäckerei, Metzgerei) sind in die Ausstellungsthematik mittels Objekten und Media-Guide integriert und bieten Schulungen an.
  • Die Gastronomie auf dem Burgrain trägt dem Besucheraufkommen Rechnung und illustriert mit ihrem Angebot eine (lustvolle) Ernährungsvielfalt.
  • Für Reisegruppen oder Anlässe der umliegenden Gemeinden bietet einerseits die Burgrain-Stube einen Saal für 70 Personen an, andererseits steht im geplanten Museums- und Logistikzentrum ein Saal für 100 Personen zur Verfügung.
  • Das September 2018 neu eröffnete Hotel Mülihof (ehemalige Steiner Mühle) bietet Übernachtungsmöglichkeiten für mehrtägige Besuche auf dem Areal an.
  • Die Burgruine Kastelen und die St. Blasius-Kapelle werden in die Erlebnisangebote integriert.

Projektstand - Was wurde erreicht?

Am 3. September 2018 genehmigte der Stiftungsrat Schweiz. Agrarmuseum das Grobkonzept, am 4. Februar 2019 das Detailkonzept und gab gleichzeitig die 1. Etappe zur Umsetzung frei.
Als weiteren wichtigen Meilenstein beschloss die Stiftung Agrovision Muri (Grundeigentümerin), über die im Voranschlag aufgeführten Kosten der baulichen Architektur hinaus Sanierungen an den Museumsgebäuden zu prüfen. Im Juni entschloss sie sich, statt einer Hallensanierung im Neubau „Schür“ der RegioFair den ganzen obersten Stock auszubauen und dem Museum zur Verfügung zu stellen. Damit erhält die neue Ausstellung auch den passenden Rahmen und die Bedingungen für ganzjährige Öffnungszeiten werden optimiert.
Der Neubau musste planerisch angepasst werden. Daraus ergeben sich Verzögerungen in der Eröffnung der neuen Ausstellung und der Umsetzung der formulierten Projektziele. Die Neueröffnung ist im Januar 2021 vorgesehen.

Ausblick - Wie geht es weiter?

Ausstellung
Die Umsetzungsphase ist bereits fortgeschritten, der Zeitplan muss aber auf die Fertigstellung des Neubaus abgestimmt werden. Ein grösserer Teil der Sammlungsobjekte wird in die neue Ausstellung integriert und in einen Zusammenhang mit den BRENNPUNKT-Themen gestellt. Die restlichen Sammlungsobjekte werden in der bestehenden Museumshalle in Form eines Schaudepots präsentiert, das von den Musemsgästen ebenfalls besucht werden kann. 
Mit Agrovision und RegioFair wird ein gemeinsames Kommunikationskonzept erarbeitet.

Schulprogramme
Die Stiftung Mercator Schweiz engagiert sich im Bereich Jugend und finanziert die Erarbeitung von Schulprogrammen. Zudem unterstützt sie während zwei Jahren mit einem Beitrag den Besuch der Schulklassen, damit deren Eintrittspreise moderat angeboten werden können.
Die Pädagogische Hochschule Luzern erarbeitet bis August 2020 vier schulische Angebote (inkl. Vor- und Nachbereitung im Schulzimmer) im Bereich NMG, das Museum ein Angebot im historischen Bereich.

Aussenraum
Der Verbindungsweg wird im Verlauf des Winters 2020 von Agrovision erstellt. Die Gestaltung des Wegs ist aufgegleist (in Zusammenarbeit mit Bioterra und BienenSchweiz).
Weitere Rundgänge sind bereits in der Diskussion (u.a. mit Pro Natura und BirdLife).

Kursangebote
Bereits 2020 werden erste Kurse angeboten zur Gestaltung des Verbindungswegs.
Pro Natura Jugendgruppe Luzern: Zum Thema „Wildbienen“ im März 2020
Bioterra Zentralschweiz: Pflanzaktion im Mai 2020

Aus Museumssicht lohnen sich insgesamt die Verzögerungen. Das Projekt gewinnt dadurch an Strahlkraft, die Vernetzung mit den verschiedenen Playern erfolgt optimal und wie gewünscht. Neu treten Agrovision, RegioFair und Museum unter dem gemeinsamen Oberbegriff «Burgrain» auf.
Wir sind überzeugt: Der «Burgrain» etabliert sich als «Leuchtturm» weit über die Region hinaus!
 

Lesenswertes

Bienen-Erlebnis soll weiter entwickelt werdenAus dem Entlebucher Anzeiger vom 9. Januar 2019:
Mit der käuflichen Übertragung der Museumsliegenschaft samt Gebäude von der Stiftung Schweizerisches Agrarmuseum an die Stiftung Agrovision Muri werden per Anfang 2018 wichtige Weichen für wesentliche Weiterentwicklungen auf dem Burgrain erstellt...

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